Autorarchive: mkoster

Freifunk-Stammtisch in Sirzenich!

Am Montag, dem 02. Mai, wird der erste Freifunk-Stammtisch in Trierweiler stattfinden. Das Treffen beginnt um 19 Uhr. Wir treffen uns im Dorftreff Sirzenich, Hauptstr. 20 in 54311 Trierweiler. Gäste sind herzlich willkommen!

Die Vision von Freifunk ist die Verbreitung freier Netzwerke, die Demokratisierung der Kommunikationsmedien und die Förderung lokaler Sozialstrukturen. Durch die Vernetzung ganzer Ortsteile wollen wir der digitalen Spaltung entgegenwirken und freie unabhängige Netzwerkstrukturen in Bürgerhand aufbauen.
Der Zugang zu Informationen und Wissen soll frei sein! Wir wollen, dass jeder an Informationen kommt, ohne dass jemand diese zensiert oder beschränkt! Jeder Datenverkehr im Freifunknetz ist gleichberechtigt! Viele Freifunk-Knotenbetrieber stellen auch einen Teil Ihrer Internetverbindung für die Gemeinschaft zur Verfügung. Hierdurch können deren Mitmenschen freies, drahtloses Internet, ohne Registrierung, zeitliche Begrenzung und sonstige Limitierungen nutzen. Wird die verschlüsselte Verbindung zu den Freifunkservern genutzt, kann der Freifunk-Anbieter auch nicht im Rahmen der Störerhaftung haftbar gemacht werden.

Freifunk gibt es nicht nur im Großraum Trier, sondern ist eine deutschlandweite Bewegung für freie digitale Infrastruktur. Hierbei werden handelsübliche WLAN-Router entsprechend modifiziert, sodass der Zugang zum Freifunk-Netz ohne Passwort möglich ist. Diese Freifunk-Router werden dann von Privatleuten und Gewerbetreibenden, z. B. Gastronomen, an deren Internetverbindung angeschlossen. Dabei kann der Anbieter selbst bestimmen, wie viel Bandbreite er dem Freifunknetz zur Verfügung stellt. Dies wirkt sich dann darauf aus, wie schnell das Internet für Freifunk-Nutzer letztendlich sein wird.

Das Freifunknetz ist dabei vom Netz des Anbieters getrennt, so dass das private Netz des Anbieters geschützt ist. Abgesehen vom Stromverbrauch entstehen für den Anbieter keine weiteren monatlichen Kosten.

Freifunk Trier wird vom ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder und von Spenden getragen. Ein kompatibler Router kostet 15 bis 60 €, je nach benötigter Leistung.

Falls du mehr Informationen benötigst, wir beraten dich gerne beim Stammtisch oder jeden Mittwoch im Maschinendeck. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Flüchtlingsunterkunft in Bekond funkt frei

Unbenannt

Die Router werden bereits rege genutzt

Die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Hotel „St. Thomas“ am Brunnenhof in Bekond (Verbandsgemeinde Schweich) ist seit dem 19. Januar 2016 mit Freifunk versorgt. Die etwa 50 dort untergebrachten Bewohnerinnen und Bewohner, die überwiegend aus Syrien stammen, haben nun kostenfrei und ohne Beschränkungen Zugang zum Internet. Ein Internetzugang erleichtert den Flüchtlingen unter anderem das Erlernen der deutschen Sprache und hilft dabei, den Kontakt zu Angehörigen in der Heimat oder in anderen Asylunterkünften aufrecht zu erhalten. Ermöglicht wurde dies auch durch eine Spende des Routerherstellers TP-Link, der den Freifunk-Communitys zahlreiche Router für die Versorgung von Asylunterkünften zur Verfügung gestellt hat.

Direkt nach dem Aufstellen der beiden Router haben die Geflüchteten das freie WLAN entdeckt. Etwa 20 Geräte haben sich sofort mit dem Netz verbunden, unter anderem, weil die Flüchtlinge schon zuvor (z. B. in Trier) Freifunk genutzt haben. Ein direkter Anwohner der Unterkunft teilt seinen Internetanschluss und ermöglicht so die Versorgung der Asylunterkunft. Wir suchen jedoch noch andere Anwohnerinnen und Anwohner, die bereit sind, ihren Internetanschluss zu teilen und so einen besseren und ausfallsichereren Internetzugang für die Geflüchteten zu ermöglichen.

Ein freies WLAN in der Fußgängerzone?

Der Steuerungsauschuss des Trierer Stadtrats hat sich auf seiner gestrigen Sitzung mit der Versorgung der Innenstadt mit WLAN beschäftigt. Im Mai hatte der Stadtrat die Stadtverwaltung beauftragt, ein freies WLAN einzurichten, dessen Betrieb für die Stadt kostenneutral sein soll. Das Amt für Wirtschaftsförderung hat dazu eine Vorlage verfasst.

Der Vorschlag der Verwaltung sieht vor, dass nicht Freifunk​, sondern die SWT Trilan GmbH, eine Tochterfirma der Stadtwerke Trier​, die Innenstadt versorgen soll.
Die Nutzung des WLAN soll dabei auf 120 Minuten am Tag beschränkt sein – wer länger surfen will, muss zahlen. Wie teuer die Freischaltung wird, ist noch nicht bekannt. Wohlgemerkt: Das Zeitlimit wird ab der ersten Verbindung gemessen, nicht nur für die reine Surfdauer. Eine Einstiegsseite, auf der Nutzerinnen und Nutzer die Nutzungsbedingungen akzeptieren müssen, wird dem Angebot vorgeschaltet. Eventuell wird auch eine Registrierung mit Klarnamen notwendig sein.
Die geplanten Kosten für die Versorgung der Fußgängerzone liegen bei einmalig 60.000 Euro für die Einrichtung und später 3.000 Euro monatlich (36.000 Euro jährlich) für den Betrieb. Zahlen muss dafür die SWT. Zur Gegenfinanzierung soll auf der Einstiegsseite auch Werbung eingeblendet werden.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe hofft, dass schon ab Januar 2016 in der Fußgängerzone das SWT-WLAN angeboten werden kann.

Dem Entwurf haben CDU, SPD, Freie Wähler, FDP und AfD zugestimmt.
Auf Anregung der SPD-Fraktion wurde die Dauer der zeitlichen Beschränkung auf 120 Minuten verlängert. Der Entwurf der Verwaltung sah zunächst eine Beschränkung auf 90 Minuten vor.
Grüne und Linke haben die zeitliche Beschränkung des Zugangs sowie die Vorschaltung einer Einstiegs- und Registrierungsseite kritisiert und eine weitere Kooperation mit Freifunk Trier gefordert.
Die Ausschussmitglieder der beiden Fraktionen haben sich enthalten.

Die Stadtverwaltung hat im Vorfeld der Konzepterstellung auch mit uns Gespräche geführt. Leider ist es uns nicht gelungen, die Stadt davon zu überzeugen, bei der Versorgung der Innenstadt ausschließlich auf Freifunk zu setzen – dem stehen nach Ansicht der Verwaltung auch rechtliche Gründe entgegen.
Dennoch will die Stadt unser Engagement fördern: So soll geprüft werden, ob in den Wartebereichen des Bürgeramts sowie der Zulassungsstelle Freifunkrouter aufgestellt werden können. Auch will die Stadt künftig bei der Versorgung von Flüchtlingen mit WLAN auf unsere Ideen und Vorschläge zurückgreifen.

Den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung (Az. 411/2015) findet ihr hier.